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Ich hab mit Celine geredet, sie wirft mir vor, dass ich nicht genug Mama bin für sie. Dass ich alles kritiklos hinnehme, was sie macht, ich solle doch Kritik üben, wenn mir was nicht passt. Sie hat ja recht, ich sag "ja und amen" zu allem, was sie macht, dabei sollte ich ihr wohl helfen, etwas besser mit sich und ihrer Umwelt zurecht zu kommen und dabei hilft ihr, wenn ich sage, was falsch und was richtig in meinen Augen wäre. Das ist wahr. Ich werde mir jetzt Mühe geben eine richtige Mutter zu sein.

 

Janine hatte das Gefühl, dass ich sie einenge, dass ich sie erdrücke, Celine behauptet das Gegenteil. irgendwo in der Mitte finde ich die Lösung. Also, gehen wir den "goldenen Mittelweg". Es ist nunmal nicht alles einfach für mich, weil ich noch nie richtige Mutter war, ich muss mich in etwas hineinversetzen, das ich überhaupt nicht kenne. Aber ich wollte es so, also wird es auch jetzt durchgezogen, bei aller Kritik meiner Töchter. Kein Kontaktabbruch mehr, mehr Kritik, mehr Durchsetzungsvermögen, mehr reden. Gut, die letzten zwei Punkte muss ich auch erst lernen, aber das wird doch wohl zu schaffen sein.

 

Hallo meine drei,

ich hab euch alle sehr, sehr lieb,

eure Mam, Mama und Mammii

1.10.08 11:58, kommentieren

Meine Tochter Stephie

Gestern war ich ne halbe Stunde zu spät im Chat und sie war nicht mehr da, sehr schade, ich hätte mich sehr, sehr gern mit ihr unterhalten. Besonders, da ich jetzt weiß, wie es ihr in der Klinik geht, ist es für mich nicht einfach, das so hinzunehmen. Ihr droht auch noch ne Verlängerung, das geht doch schon mal gar nicht. Gut, sie muss die Verlängerung nicht annehmen, aber schon allein das Angebot finde ich ist eine große Frechheit, da sie so gut wie kaum eine Therapie hat, die ihr gut tut. Sie hat jetzt noch zwei Wochen vor sich und ich denke, das wird noch ne lange Zeit für sie.

 

Eher ist das eine Mutter-Kind-Klinik ... ich frag mich, was soll sie da? Allein? Was soll ihr das bringen? Sie macht zwar einige Therapien sehr gern mit, aber ob es für sie das richtige ist, wage ich zu bezweifeln. In zwei Wochen wissen wir mehr.

 

Ich hab dich sehr, sehr lieb meine Süße und mach mir Sorgen um dich,

deine Mam

 

2.10.08 11:54, kommentieren

Janine

Dass sie in einer Klinik ist, hab ich schon geschrieben, dass sie jetzt drei Wochen Belastungsurlaub macht, noch nicht. Der erste Tag ging gut, sie kam heim, packte ihre Sachen aus, war so kaputt, dass sie sich hinlegte und schlief. Allerdings ist dieser Schlaf nicht erholsam für sie, weil sie Alpträume hat und zwar sehr schlimme.

 

Gleich am nächsten Tag überkam sie das "heulende Elend", sie dachte an ihr erst vor kurzem verlorenes Kind und sie wusste sich nicht weiter zu helfen als mit dem Trinken wieder anzufangen. Vorher war sie zwei Wochen zur Entgiftung in einer Klinik und sie hat es gut durchgehalten. Wir haben nach sieben Wochen insgesamt Klinikaufenthalt von ihr miteinander telefoniert und sie klang so ganz anders als früher. Voller Hoffnung, voller Leben, jetzt im Moment ist nichts mehr davon da. Wir haben gestern miteinander gechattet. Sie hat Zweifel, dass sie es emals packen wird, aber ich weiß, dass sie es schaffen wird.

 

Wir kennen uns inzwischen fast zwei Jahre, allerdings mit vielen Kontaktabbrüchen durchwachsen, aber immer wieder ist sie auf mich zurück gekommen. Jetzt möchte sie mit mir eine gute Freundschaft aufbauen, aber ich seh sie als "meine Tochter" an, das wird auch immer so bleiben, denke ich.

 

Ich hab dich sehr lieb Janine,

deine "Immernoch-Mami

7.10.08 11:44, kommentieren

Stephie

Ich habe in ihrem Tagebuch geblättert ... wer verdammt nochmal ist Bruno?

 

Ihr geht es nicht gut, sie ist in sich gekehrt, die Tage in der Klinik tun ihr überhaupt nicht gut, aber leider muss sie noch eine Woche gut durchhalten. Ich merke, dass es ihr nicht gut geht, nein, nicht nur nicht gut, sondern schlecht. Sie ist einsilbig, sie antwortet nicht auf das, was ihr sonst wichtig ist, sie reagiert im Moment gar nicht auf mich, das ist ein sehr schlechtes Zeichen. Ich wünschte, die Woche wäre für sie vorüber und sie könnte heim. Wir könnten miteinander telefonieren, wir könnten miteinander über das reden, was passiert ist, was ihr so sehr zu schaffen macht.

 

Wie kann ich ihr helfen? Ich wünschte, ich wüsste die Antwort

 

Ich hab dich sehr, sehr lieb meine Süße, ich mach mir Sorgen um dich,

deine Mam

1 Kommentar 7.10.08 11:50, kommentieren

Meine Tochter Stephie

Ich habe vorgestern und gestern mit ben gesprochen, er ist sozusagen das "Schutzschild" von ihr, wenn es ihr schlecht geht. Es ist für sie unheimlich schwer, dass ich noch eine Tochter Celine habe, die ich auch liebe. Janine hingegen ist für sie weniger ein Problem. Ich frage mich, was ist noch ein Grund dafür, außer dass sie sie nicht leiden kann, dass sie sich derart zurückgesetzt fühlt?

 

Gut, ich habe ihr neulich erzählt, dass ich für Celine keine Gefühle mehr habe und das war auch so. Aber Gefühle können wieder neu entstehen, das sage ich meinen Kindern immer wieder. Für Stephie ist es allerdings nicht leicht grad, sie ist in einer Klinik, in der ihr nicht geholfen wird, in der sie fast keine Therapien hat und dann muss sie noch erfahren, dass ich für Celine wieder Gefühle entwickelt habe. Es ist äußerst schwer für sie, das nachzuvollziehen und ich verstehe sie durchaus, nur kann ich mich jetzt nicht für eine von beiden entscheiden, das werde ich auch nicht machen.

 

Mensch, meine kleine liebe Tochter Stephie, ich hab dich sehr, sehr lieb,

deine Mam, die sich Sorgen und Gedanken um dich macht

13.10.08 10:11, kommentieren

Meine Tochter Janine

Wie ich schon geschrieben habe, ist sie auf "Erprobungsurlaub" zuhause. Drei lange Wochen ... es war fraglich, ob sie die durchhält ... sie wird durchhalten, sie hat jede Unterstützung vom Klinikpersonal und auch von mir, sie muss nur mit uns reden und das fällt ihr verdammt schwer. Aber sie ringt sich größtenteils durch mit einem von uns zu reden, entweder mit mir oder eben mit den Schwestern, die sie gestern angerufen hat, weil wieder etwas passiert ist.

 

Die ersten zwei Tage waren sehr schwer für sie, am dritten Tag hat sie angefangen zu trinken, weil sie ihre Gedanken und Gefühle nicht ausgehalten hat. Sie hat vor kurzem ihr Kind verloren und die Gedanken hieran sind natürlich sehr schmerzvoll für sie. Am Abend drauf hatte sie ein Chat-Gespräch mit mir und ich denke, das tat ihr ganz gut. Sie wurde etwas ruhiger und jetzt weiß sie, dass sie sich auf mich verlassen kann. Sie hat aufgehört zu trinken. Das ist ein sehr gutes Zeichen, es geht wieder aufwärts, hoffe ich.

 

Sie wird erst am 21.10. wieder in die Klinik zurückkehren, weil das ihr Wunsch ist.

 

Ich hab dich sehr lieb meine kleine liebe Tochter Janine,

deine Immer-Noch-Mami

13.10.08 10:19, kommentieren

Schwierigkeiten mit Tochter Celine

Ja, gestern war Chat über das Thema "sexueller Missbrauch bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen". Hat mich sehr stark getriggert, meine Tochter Celine war mit dabei und sie hat sich dem Thema gestellt, das hätte ich besser nicht gelesen. Ich bin zwar hart im nehmen, aber was da kam, überstieg alles, was ich erwartet hatte. Ich weiß viel über sie, aber nicht so detailliert, wie sie es beschrieben hat. Ich hatte zwar keine Flashbacks, aber mir ging es nicht gut, außerdem hab ich dann im nachhinein noch etwas gebeichtet, was ich hätte lieber für mich behalten sollen, denn Celine kam damit gar nicht klar.

Sie dachte, mir ginge es gut, gerade in der Zeit, in der ich für sie die Mama war/immer noch bin, aber dem war nicht so, sie warf mir Unehrlichkeit vor, dabei wollte ich sie nur schützen. Ich hätte reden sollen als es passiert ist, aber ich war nicht in der Lage dazu.

 

Jetzt wissen alle davon, die es wissen sollen, alle meine Töchter und auch ein guter Freund von mir.

 

Ich hab euch alle drei lieb, ihr seid meine Kinder,

deine Mam, deine Mama, deine Mami

17.10.08 12:01, kommentieren